Seidelbast

wir Fotografen haben schon unsere Favoriten im Frühling: Küchenschellen, Leberblümchen , Buschwindröschen stehen jedes Frühjahr auf der Liste und sind auch immer wieder bei Wettbewerben erfolgreich, das Frühjahr hat aber noch mehr als die „big three“ zu bieten. Eine dieser Pflanzen auf der Schwäbischen Alb ist der Seidelbast. Deutlich höher und eher ein Strauch als eine Blume, so versucht der Seidelbast vom Licht Überfluss in den noch nicht belaubten Frühlingswäldern zu profitieren.

Auch ich habe mich nie mit dem Seidelbast befasst und mich eher um die „big three“ gekümmert, bis bei einer Fototour uns bei der Suche der Seidelbast aufgefallen ist. Schnell war klar warum der Seidelbast nicht zu den Top Frühlingsblühern für Naturfotografen gehört. Die Schönen Blüten sind hoch über dem Waldboden direkt am hölzernen Zweig nicht ganz so fotogen viel zu schnell haben wir nach den „big three“ gesucht. Da ich mit mir nicht zufrieden war bin ich nochmal hingefahren um es nochmals zu versuchen ob was geht.

Auf der Schwäbischen Alb kann man den echten Seidelbast ( Daphne mezereum ) oder auch Kellerhals fotografieren, die einzige stammblütige Art Mitteleuropas. Der Seidelbast ist sehr giftig Samen, Beeren und Rinde enthalten die giftigen Substanzen. Für Erwachsene gelten 10–12 Beeren als tödlich, für Kinder 4–5 Beeren. Auf Grund des Giftes hat der Seidelbast wahrscheinlich auch den Namen Kellerhals bekommen da es bei Vergiftungen zu würgenden / brennenden schmerzen im Hals kommen kann ‚Kellen‘ ist mittelhochdeutsch und heist quälen.

Die Wirkung des Giftes ist wissenschaftlich belegt, die des Volksglauben, dass der Seidelbast gegen Hexen wirke nicht.

Da ich mich nur fotografisch mit dem Kellerhals beschäftigt habe hatte ich keine Vergiftungssymptome, allerdings das bekemmende Gefühl im Hals das mit den Bilder müsste besser gehen, mal sehen wann ich wieder auf den Seidelbast auf der Schäbischen Alb treffe und ob mir dann noch kreativere Ideen für Naturfotos kommen.

Joachim Raff

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