Die Imagekampagne „the LÄND“ hat sich gelohnt, 2024 kamen vier Millionen skandinavische Besucher auf die Alb. Ein dickes Lob an das Landesregierung von Baden-Württemberg! Mit diesem Erfolg hätte niemand gerechnet. Leider sind alle Gäste geflogen und nicht mit der Bahn angereist, nicht ganz so klimafreundlich wie gewünscht. Vielleicht ist beim nächsten mal der Stuttgarter Bahnhof fertig.

Bäume voller Bergfinken und im Hintergrund fliegt ein Schwarm vorbei

Hilfe! Ja das waren anstrengende Wochen, wann immer es möglich war waren wir vor Ort um das grandiose Schauspiel mitzuerleben wenn abends 4 Mio Bergfinken zu ihrem Schlafplatz bei Hausen einflogen.

Jeden Abend war eine andere Flugshow geboten! Die Schwärme kreisten über dem Wald bis sich die Vögel zum schlafen in die Bäume setzen. Schlafen ! Der Lärm den die 4 Mio machten war beim Anflug grandios und verstummte auch nachts nicht vollständig. Wenn Nordmänner eine Party machen, dann richtig!

Jeden Abend versammelten sich neben den Vögel auch viele Besucher, Ornithologen und Naturfotografen um das Schauspiel zu genießen. An Fotoequipment war alles zusehen was es zu kaufen gibt. Vom Handy bis zum großen Teleobjektiv war alles vor Ort. Alle Kameramarken waren vertreten. Schon lange nicht mehr so viele Naturfotografen und Fotoequipment auf der Alb gesehen. So mussten wir mit dem Bollerwagen anrücken, damit auch wir zeigen konnten, dass wir einiges an Equipment haben, endlich konnte man mal richtig angeben!

Eine Bergfinken Invasion kommt nur alle paar Jahre vor. Besonders wenn bei uns ein Buchenmast Jahr ist, dann versammeln sich die Bergfinken zu riesigen Schwärmen. Die kleinen Finken lieben Bucheckern, hochgerechnet müssten die 4 Mio Bergfinken ca. 4 t am Tag fressen.

Die Bergfinken leben in den Skandinavischen Birkenwäldern und sind von Norwegen bis Kamtschatka verbreitet. Im Winter verlassen die Bergfinken ihre Brutgebiete und kommen zu uns in den Süden.

Wie es bei richtigen Wikinger der Fall ist wurde das „Geschäft“ im Wald verrichtet. Im Wald war alles Weiß verschissen! Ein herrlicher Geruch nach Pinguinkolonie kam aus dem Schlafwald. Ich vermute, dass man das Jahr 2024 auf Grund der Düngerwirkung des Vogelkot an den Jahresringen der Bäume erkennen wird.

So sieht ein Wald aus in dem 4 Mio Bergfinken übernachten
zum Glück gibt es keine Geruchsbilder

Früher waren die Wikinger der Schrecken der Europäer, auf der Alb war es anderes. Die einheimischen Wanderfalken, Habichte, Sperber und Eulen waren zur Stelle um sich liebevoll um die Touristen zu kümmern und Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Vielleicht war es aber keine Liebe sondern der unermüdliche Einsatz der deutschen Waldpolizei das Wild-Scheißen zu verringern.

Die Waldpolizei: Sperber vor dem Bergfinkenschwarm

Das Erlebnis, die 4 Mio Bergfinken eine Stunde lang einfliegen zu sehen, war grandios. Als Naturfotograf war es Stress pur da man nicht wusste, wo was gerade passiert. Ständig war man am schauen, wo sich Finken auf Bäumen nieder ließen oder sich schöne Schwarmformationen ergaben. Bis zu vier Stative hatte ich im Einsatz um Zeitraffer, filmen und fotografieren zu können. Multitasking in der Vogelfotografie! Aber so eine Invasion hat man nicht alle Tage, das muss man nutzen / oder wenn man keine guten Bilder macht muss man nachsitzen – wir mussten oft nachsitzen.

Noch eine Randnotiz:

„World Happiness Report 2024

Und das ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Laut dem UN-World Happiness Report leben hier im hohen Norden die glücklichsten Menschen der Welt. Finnland wurde im Jahr 2024 bereits zum siebten Mal in Folge zum glücklichsten Land der Welt gekürt. „

Und dann bleibt man sechs Wochen auf der Albhochfläche – ja, wir wissen dass es bei uns wunderschön ist, da müssen auch die Glücklichsten mal vorbei kommen, um richtig glücklich zu sein.

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