Auch wenn auf allen Burgen der Alb, keine Ritter mehr leben, gibt es sie noch die Ritter, die in Rüstungen schwerbewaffnet ihr Reich auf der Schwäbischen Alb abschreiten.

Im Karstgebiet Schwäbische Alb spielt das Wasser eine wichtige Rolle, Wasser das auf der Albhochfläche versickert und in der Alb Höhlen formt, kommt am Fusse der Alb wieder zum Vorschein, das ist das Reich der letzten Ritter.

Steinkrebs im Lebensraum

Diese oft noch sauberen Bäche bieten einer aussterbenden Art noch eine Heimat. Das selten größer als 80mm Tier braucht saubere kalte Bäche, die vor allen frei von Insektizien sind. Und wie schon bei den Rittern im Mittelalter darf die Pest noch nicht angekommen sein.

Der Steinkrebs ist die kleinste europäische Flusskrebsart und ist von der amerikanischen Krebspest bedroht, die der eingeschleppte Signalkrebs mit gebracht hat. Die eingeschleppten Krebsarten sind an die Krebspest angepasst und überleben diese Pilzkrankheit, die Europäischen Arten konnten sich auf Grund der schnellen Verbreitung nicht anpassen und sterben.

Der Steinkrebs gräbt sich Höhlen am Rand der Bäche und ist hauptsächlich Dämmerungs und nachtaktiv. Als Allesfresser besteht seine Nahrung aus Wasserpflanzen und Algen, Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Aas, Muscheln und Würmern.

Steinkrebs

Der Steinkrebs paart sich im Herbst, dann kann man die Ritter auch bei den Revierkämpfen erleben. Die beim Männchen größeren Scheren werden bei den Kämpfen als Waffe eingesetzt bei den Kämpen können auch Scheren abgetrennt werden die dann oft kleiner bei den nächsten Häutungen wieder nachwachsen.

Die Weibchen des Steinkrebs tragen die ca. 50-60 Eier unter ihrem Schwanzfächer, erst im Juni schlüpfen dann die Larven. Nach zwei weiteren Wochen entwickeln sich aus den Larven die Jungkrebse die dann bis zur Geschlechtsreife noch weitere 2-4 Jahre brauchen.

Steinkrebs

Für die Bilder stand ich mehrere Tage in gebückter Haltung im Bach um die Krebse mit einem spezial Objektiv unter Wasser ablichten zu können, wie immer in der Tierfotografie lernt man über die länger Beobachtung die Tiere besser kennen und kommt dann zu besseren Naturbildern. Mit den ersten Unterwasserbilder von der Schwäbischen Alb hat sich mir eine neue Albwelt erschlossen mit der ich noch viel Freude haben werde.

Hoffen wir dass die Ritter der Schwäbischen Alb die Bedrohungen durch Umweltverschmutzung und Pest überstehen und man noch lang einheimische Krebse in den Bächen finden kann.

Joachim Raff

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