Mein ersten Versuch, die Burg Hohenzollern über den Wolken schwebend zu fotografieren, startete als ich eines Nachmittags beim Blick auf verschiedene Webcams feststellte, dass sich der Hohenzollern gerade kurz über dem Nebelmeer befand. Also bin ich schnell ins Auto gesprungen um die langersehnte Aufnahme zu bekommen. Wie so oft in der Naturfotografie lief nicht alles genau nach Plan. Zwar ist dieses Motiv der Schwäbischen Alb schon „totfotografiert“ und die schönen Pastelltöne des Sonnenaufgangs hätte ich auch nicht gehabt, aber ich hätte zumindest ein Bild mit der verschneiten Burg im Nebel machen können – aus dem Auto ausgestiegen bin ich dort nach über eine Stunde Fahrtzeit allerdings im diesigen Sonnenschein… Naja, es wäre schon ein großer Zufall gewesen, wenn das Vorhaben schon im ersten Anlauf geglückt wäre. Für die richtige Stimmung, die perfekte Menge an Schnee, das passende Licht, usw. muss man in der Landschaftsfotografie in den meisten Fällen schon mehrmals die gleichen Stellen aufsuchen. Und tatsächlich schon beim nächsten Versuch im darauffolgenden Herbst hatte ich ja einen Volltreffer 😉

Da ich aber nun mal schon vor Ort war, wanderte ich durch die verschneite Gegend und fotografierte andere Motive, um schließlich auf der anderen Seite des Berges festzustellen, dass der Sonnenuntergang vielleicht doch gar nicht so schlecht werden würde. Also blieb mir nichts anderes übrig als in einem zwei Kilometer Sprint durch den Tiefschnee wieder zurück zum Aussichtspunkt zu rennen, um wenigstens noch ein Paar Aufnahmen vom Hohenzollern zu bekommen. Wie so oft bewahrheitete sich die Erkenntnis, dass Landschaftsaufnahmen, obwohl sich die Motive nicht bewegen, sportlich gesehen, doch am anstrengendsten sind.

Ein weiter Ziel war der Zillhauser Wasserfall, der durch seine 24m hohe Eiswand sehr beeindruckt, jedoch fotografisch schwer umzusetzen war. Leider hatte ich auch mit nicht wenigen „Hinterlassenschaften“ diverser Besucher des Wasserfalls zu kämpfen, trotz des steilen und rutschigen Abstiegs war das Tal mit Müll übersät.

Bei einer der Rückfahrten habe ich mich dazu entschieden, noch einen Stopp an der Salmendinger Kapelle einzulegen, um mich dort an Startrails-Aufnahmen (Sternspuren) zu versuchen. Da es für mich noch fotografisches Neuland ist, gibt es (wie eigentlich immer) noch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten. Ich freue mich schon, bei passender Gelegenheit an weiteren Aufnahmen von der Kapelle auf dem markanten Kornbühl zu arbeiten.

Daniela Graf

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