Der Wanderfalke ist der Charaktervogel der Schwäbischen Alb. Für den Vogelfotografen ein tolles Motiv, aber kein einfaches. Viele Stellen sind aus Naturschutzgründen Tabu.  Umso schöner ist es, wenn man einen Rupfplatz findet, den der Falke immer wieder anfliegt und sich nicht von der Anwesenheit des Naturfotografen stören lässt.

Lange habe ich nach so einem Platz gesucht, an den meisten Stellen war es nicht möglich Bilder zu machen, so musste ich mich mit schönen Beobachtungen begnügen.

Schön ist es, wenn man den richtigen Platz gefunden hat und morgens in der Dunkelheit mit schwerer Fotoausrüstung den Albtrauf hoch steigt, dann in der morgendlichen Kälte das Stativ mit dem Teleobjektiv aufbaut und gespannt wartet, ob der Falke mit Beute anfliegt. Später hört man den Falken von einem anderen Platz rufen, dann fliegt er zur Jagd, jetzt ist ruhiges Warten angesagt. Wird er noch kommen?

Und dann plötzlich fliegt der Falke den Rupfplatz an, natürlich habe ich den Anflug verpasst! Aber die ersten Federn der Beute fallen und die Kamera darf endlich Bilder machen.

Wanderfalke rupft seine Beute

Noch toller wurde es, als der Wanderfalke mich morgens schon erwartete und mir beim Aufbauen zugeschaut hat und erst nach ausgiebiger Gefiederpflege zur Jagd abgeflogen ist, jetzt weiss man als Tierfotograf, dass man alles richtig gemacht hat.

Das ist Naturfotografie – man braucht einige Anläufe, bis das Wunschbild „Anflug mit Beute“ auf der Speicherkarte ist, wahrscheinlich nicht mein bestes Naturfoto von diesem Jahr aber eines, das mich sehr freut hat.

Viele möchten es nicht hören, aber der Wanderfalke ist ein Vogelfreund, er mag Vögel zum Fressen gerne. Seine Beute Singvögel und Tauben jagt er ausschließlich in der Luft. Bei der Jagd kann der Wanderfalke im Sturzflug 320Km/h erreichen. Trotzdem kommt der Falke nicht von jedem Jagdflug mit Beute zurück, auch für den Wanderfalken kann das Leben auf der Alb hart sein.

So ein Ansitz kann ganz schön gemütlich sein
das Ergebnis Wanderfalke im Nebel

Joachim Raff

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