Es ist wahrscheinlich DER Klassiker schlechthin von der Schwäbischen Alb: die Burg Hohenzollern über dem Nebelmeer. Obwohl dieses Motiv wirklich schon sehr oft fotografiert worden ist, war es seit Jahren mein Traum, mit der eigenen Kamera eine solches Foto aufzunehmen. Der längere Anfahrtsweg und trockene Herbstmonate machten das Unternehmen nicht gerade einfach. Außerdem war es zu verlockend den heimischen Albtrauf bei dieser Wetterlage zu fotografieren.
Genaugenommen handelt es sich bei der Hohenzollernburg um keine „richtige“ Burg sondern um einen Wiederaufbau der Burg im neugotischen Stil. Die vorherige(n) Burg(en) auf dem 855m hohen Zeugenberg der Zollernalb waren bereits zu Ruinen verfallen. Der Wiederaufbau wurde vom preußischen Kronprinz und späteren König Friedrich Wilhelm IV initiiert und von 1850 bis 1867 fertiggestellt. Architekt das Bauwerks war Friedrich August Stüler.
Nach einer kleinen Einarbeitung in Wetterlagen, einen Blick in detaillierte Wettervorhersagen und auf diverse Webcams war es Anfang Oktober 2018 endlich soweit: der erste ernstzunehmende Versuch wurde gestartet. Ganz optimal sah es nicht aus, aber ich hatte sowieso nicht damit gerechnet, dass es gleich beim ersten Mal funktionieren könnte.
Die Hoffnung schwand weiter auf der Hinfahrt durch das Albvorland da hier relativ wenig Nebel sichtbar war, so dass ich öfters in Versuchung geraten bin umzudrehen. Angekommen auf der Albhochfläche musste ich ernüchternd feststellen, dass hier oben alles in dichten Nebel gehüllt war. Am Parkplatz war die Lage besser, so dass ich gespannt durch den Wald zum Aussichtpunkt gewandert bin. Dort angekommen war das Bild, das mir dargeboten wurde, einfach unbeschreiblich: in aller Stille schwebte die Burg im Dunkeln direkt über den Wolken. Ein atemberaubender Anblick, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Geradezu magisch war auch der Moment als erste Sonnenstrahlen auf die Burg trafen.
Allerdings war ich ein bisschen neidisch auf alle Nicht-Fotografen: anstatt die Stimmung in vollen Zügen zu genießen war ich hektisch damit beschäftigt, die unterschiedlichen Lichtverhältnisse mit der Kamera festzuhalten. Also nächstes Mal einfach hinsitzen und das Schauspiel genießen…
Daniela Graf









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